Forschungsprojekt zu den Arbeitszeitinteressen von Männern mit Care-Verantwortung (gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung; in Kooperation mit der IG Metall)

Die hier untersuchten Männer in der Produktion stellen eine besondere Gruppe dar, da sie häufig Schichtarbeit leisten, überdurchschnittlich häufig von Wochenendarbeit betroffen und fast ausschließlich in Vollzeit tätig sind. Für sie greifen übliche betriebliche Vereinbarkeitsangebote bisher nicht oder nur bedingt, wie z. B. mobiles Arbeiten/Home-Office, Gleitzeit, Teilzeitangebote, Kurzzeitsabbaticals, 4-Tage-Woche oder ein frühes Arbeitsende an Freitagen.
Anliegen: Ausgehend von der These, dass Männer zunehmend unzufriedener mit der eigenen Arbeitszeit geworden sind, v. a. wenn diese zu lang, zu wenig familienorientiert, zu wenig gesundheitsorientiert oder in sozialer Hinsicht unbefriedigend ausgestaltet ist, zeigt die vorliegende Studie Einflussfaktoren auf, die die Arbeitszeitzufriedenheit von Männern aus Produktion bzw. produktionsnahen Bereichen verringern oder verbessern.
Zentrale Frage: Wie zufrieden sind männliche Beschäftigte in der Produktion mit ihren Arbeitszeiten in verschiedenen Lebenssituationen unter Berücksichtigung ihrer familiären Anforderungen und ihrer konkreten Arbeitszeitbedingungen?
Datengrundlage: Basis für die Analysen ist die IG Metall Beschäftigtenbefragung 2017 mit Angaben zu mehr als 680.000 Beschäftigten. Aus diesem Datensatz wurde eine Teilgruppe herausgegriffen (LAIF-Datensatz), denen vertiefende Fragen zur Lebens- und Care-Situation gestellt wurden. Damit liegen Angaben für 24.548 Männer vor, die alle in der Produktion/ produktionsnahen Bereichen in Westdeutschland tätig sind. Sie bilden die Grundgesamtheit der Analyse.
Methodisches Vorgehen: Die Untersuchung wurde in zwei aufeinander aufbauenden Analyseschritten durchgeführt.
- Im ersten Schritt wurden verschiedene Teilgruppen betrachtet, die sich jeweils in Lebens-, Care- oder Arbeitssituation voneinander unterschieden. Zu prüfen war, inwiefern sie sich in ihrer Arbeitszeitzufriedenheit unterscheiden.
- Im zweiten Schritt wurden multivariaten Analysen durchgeführt, um zu prüfen, ob und in welcher Stärke einzelne Faktoren (z.B. Erwerbskonstellation im Paar, Lebensalter der Männer, Führungsverantwortung, konkrete Arbeitszeitbedingungen etc.) einen Einfluss auf die Arbeitszeitzufriedenheit haben – und dies unter gleichzeitiger Berücksichtigung aller anderen Einflussfaktoren.
Ziel: Es wurden sechs Teilgruppen von Männern betrachtet: Männer ohne Care-Aufgaben bzw. mit Kindern bzw. mit Pflegeaufgaben – und dies jeweils getrennt für Schichtbeschäftigte und Nicht-Schichtbeschäftigte. Für sie wurde eine Rangfolge aller signifikanten Einflussfaktoren erstellt, nach Stärke ihres jeweiligen Einflusses. Die Rangfolge zeigt an, um wie viel Prozentpunkte wahrscheinlicher das Ereignis „Arbeitszeitzufriedenheit“ für die jeweilige Männergruppe wird, durch jeweils einen einzelnen konkreten Einflussfaktor.
Ergebnisse:
- Die Ergebnisse der Untersuchung sind im April 2026 als Working Paper Nr. 403 der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht worden. Sie können sich das Working Paper Nr. 403 hier von der Webseite der Hans Böckler Stiftung herunterladen (PDF, 1,5 MB).
- Ergänzend können Sie sich den von SowiTra zusammengestellten „Tabellenanhang Arbeitszeit-Interessen von Männern“ (Excel-Datei, 250 kB) begleitend zum Working Paper herunterladen (Excel-Datei).
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite zum Projekt bei der Hans Böckler Stiftung. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem IG Metall Vorstand durchgeführt (Dr. Katrin Mohr / Ralf Rukwid, Berliner Büro der IGM).
Laufzeit: Mai 2020 bis Januar 2026
Ansprechperson: Svenja Pfahl